Das ist Starbucks – American Way of Coffee

American Coffee
Der „American Way of Coffee” ist zweigeteilt. Zum einen gelten die USA als die Heimat des ultradünnen Filterkaffees, der stundenlang in Diners warmgehalten und anschließend mit einer großzügigen Menge Milch und Zucker vom Gast weiter „entkaffeeniert“ wird. Zum anderen gibt es die sogenannten Coffeeshops, die auch Espresso und Cappuccino servieren. Inspiriert wurden sie durch italienische Cafés und die Kaffeehaustradition. Der prominenteste Coffeeshop ist natürlich Starbucks. Egal ob New York City oder Springfield, es gibt wohl kaum eine US-Stadt – egal ob groß oder klein – ohne Starbucks-Filiale. McDonald’s lässt grüßen! Kein Wunder: bereits seit 1971 ist die berühmte Kette auf dem Markt.

Viel hilft viel

Amerikaner mögen es bekanntlich XXL, die Kaffeetassengröße bildet da keine Ausnahme. Kaffee wird in der Regel aus großen Mugs getrunken! Kein Vergleich zu einem filigranen Espressotässchen. Bei Starbucks bedeutet die Bezeichnung „short“ bereits eine Füllmenge von 300 ml. Zum Vergleich: ein italienischer Cappuccino hat ungefähr 200 ml. Aber eigentlich würde es die Supersize-Mugs gar nicht wirklich brauchen, schließlich wird in den USA immer großzügig nachgeschenkt – zumindest Filterkaffee.

Typisch amerikanische Kaffeeinnovationen

StarbucksGroßstadthektik: ständig unterwegs, immer busy, nie Zeit. Die Antwort auf diese Umstände haben die Amerikaner mit dem „Coffee to go“ bereits vor ein paar Jahren gegeben. Am Anfang für Europäer noch erklärungsbedürftig, ist diese Art des Kaffeegenusses mittlerweile auch hierzulande voll etabliert. Anfangs eher als Kompromiss für Rastlose gemeint, ist es heute fast schon Lifestyle seinen Kaffee aus einem Pappbecher zu trinken.
Die meisten Amerikaner süßen ihren Kaffee gern und viel. Nicht nur mit Zucker, sondern vor allem mit Sirup. Oder beidem. Die „flavored coffees“ gibt es in allen möglichen Geschmacksrichtungen, von modernen Klassikern wie Vanille, Haselnuss oder Karamell bis hin zu ausgefallenen Aromen wie Peppermint oder Marshmallow. In dieser Hinsicht setzen die amerikanischen Coffeeshops ständig neue Trends.
Starbucks Eigenkreationen wie „Frappuccino“ oder „Iced coffee“ haben die Kaffeekultur weiter revolutioniert und sind gerade im Sommer äußerst beliebt. Wer sich da zwischen einem italienischen Eiskaffee und einem amerikanischen Frappuccino entscheiden muss, hat definitiv ein Luxusproblem.

Starbucks – Synonym für amerikanische Kaffeekultur und Großkonzern

Starbucks SpecialsIn Europa ist Starbucks noch in überschaubarer Anzahl vertreten. „Noch“ wohlgemerkt, denn das Unternehmen hat seinen Siegeszug zumindest eingeleitet. In Deutschland stehen vor allem ältere Mitbürger Starbucks-Filialen eher skeptisch gegenüber. Bei Jüngeren ist die grundsätzliche Akzeptanz weitaus größer, auch wenn es hier und da Kritik an der kapitalistischen Ausrichtung und dem Ketten-Charme des Unternehmens gibt – aber so ist das halt. Den Produkten an sich ist wenig bis gar nichts vorzuwerfen, sofern man nicht gerade Kaffeefundamentalist ist. Ein bisschen Abwechslung und neue Variationen tun der Kaffeekultur sicherlich ganz gut. Wichtiger ist der Blick auf die starke Konkurrenz: Hierzulande sind kleine (italienische) Cafés mit jeweils eigenständigem Charme sehr beliebt. Auch dem Stadtbild tut dieser Pluralismus gut. Am besten also bei sämtlichen Läden kaufen: 4 – 5 Tassen sind ja völlig in Ordnung, wenn ihr euch erinnert. Bei Starbucks erfordert die Bestellung aber etwas Sprachtalent: “Ein Quadruple Grande Skinny, bitte.“ Hinter solchem Italo-Denglisch verbergen sich tatsächlich konkrete Heißgetränke. Wenn man erst einmal den Starbucks-Jargon kennt, erscheinen sie sogar fast logisch. „Quadruple“ beispielsweise bezieht sich auf die 4-fache Espressomenge, „Single“ wäre demnach die einfache Menge. „Grande“ meint die Tassen- bzw. Bechergröße. „Skinny“ gibt den Fettgehalt der Milch an, in diesem Fall fettarm. Die große Auswahl und Individualisierungsmöglichkeiten sind Fluch und Segen zugleich.

Amerikanische Kaffeespezialitäten haben aus unserer Sicht die Kaffeekultur in vieler Hinsicht bereichert, sofern man die Filterbrühe ignoriert. Obwohl auch jene durchaus Kultcharakter hat.

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