Barista: Schulungen & Fähigkeiten – zu Besuch in der Università del caffè in München

Dass hinter dem Begriff „Barista“ mehr steckt als „hinter der Theke stehen und Kaffee kochen“, ist den meisten bewusst. Doch die wenigsten wissen, wie viel Wissen, Liebe und Leidenschaft wirklich hinter dem Beruf des Barista steht – aber es stimmt: Es gibt ganze Kaffee-Akademien, an denen neben dem notwendigen Grundwissen die unterschiedlichen Tätigkeiten eines Baristas geschult werden. Immer mehr Kaffee-Liebhaber besuchen solche Schulungen, um auch zuhause den perfekten Kaffee genießen zu können.

Ursprung & Fähigkeiten eines Barista

Zur professionellen Zubereitung von Espresso- und Kaffee-Spezialitäten gehört ein ausreichendes Hintergrundwissen zum Thema Kaffee. Ein guter Barista kann zwischen verschiedenen Röstungen unterscheiden, weiß genau, welche Kaffeebohne für welches Getränk geeignet ist und wie man das Getränk am besten zubereitet. Bezeichnend für die Arbeit eines Barista ist also, dass er nicht den fertigen Cappuccino per Knopfdruck aus dem Vollautomaten zieht, sondern sowohl Espresso, als auch Milchschaum frisch zubereitet und gekonnt kombiniert. Ein bisschen „Latte Art“ gehört da natürlich auch dazu.

Der Barista

Barista Seminar: Unsere Erfahrung mit dem Barista Kurs bei Illy

Barista-Aus- und Weiterbildungen kann man an verschiedenen deutschen Instituten, beispielsweise der School of Coffee in Berlin oder der Università del Caffè in München machen – wir haben uns für München entschieden und möchten unsere Erfahrungen mit euch teilen.

Begrüßung & erster Eindruck der Università del Caffè

Die Begrüßung in der Università del Caffè war typisch italienisch: Warm, herzlich und lecker – es gab nämlich nicht nur Händeschütteln und Küsschen, sondern direkt auch den ersten Espresso, süßes Gebäck und Panini. Zum Essen war aber im ersten Moment überhaupt keine Zeit – wir waren viel zu erstaunt und begeistert von den Ausstellungsstücken und der Aufmachung des Seminarraums. Anfassen erlaubt, ihr werdet also schon vor dem eigentlichen Seminar-Beginn eine Menge sehen!

Theorie-Teil, oder „Kaffee, der nach Toastbrot riecht?“

Hört man „Università“ und „Schulung“, denkt man eigentlich automatisch an endlose PowerPoint-Präsentationen und trockene Theorie. Nicht so in München: Der „Professore“ versteht und liebt sein Handwerk – und das merkt man auch. Inhaltlich ging es von der Kaffeekirschen-Ernte (die Seminar-Leiter von Illy durften sich schon selbst an der Ernte beteiligen und konnten deswegen aus eigener Erfahrung erzählen), über verschiedene Röstungen und Röstgrade bis hin zu gängigen Fehlern bei der Zubereitung. Auch auf unsere Fragen hatte der Professore immer die passende Antwort – alles in allem war der Theorie-Teil also sehr spannend und lehrreich!

Gekrönt wurde die Theorie von einem „Hands-On“-Aroma-Quiz. Hier durften wir versuchen, verschiedene Röstaromen zu er-riechen und erraten – hättet ihr gewusst, wie Kaffee riecht, der nach „getoastetem Brot“ riecht? Illy zeigt es euch! 🙂

Praxis-Teil: Kaffee.org goes „Latte Art“

Als besonderes Extra gab es einen großen Praxisteil – hier ging es um die verschiedenen Kaffeemühlen, die Mühlen-Einstellungen und den perfekten Cappuccino. Wie man den zubereitet, könnt ihr auf unserer „Cappuccino“-Seite nachlesen, aber: Theorie ist nicht alles. Deswegen durften wir uns nach einer kurzen Pause alle an der Siebträger-Maschine austoben, um den perfekten Cappuccino zu zaubern.

Natürlich gab es dabei Tipps, Tricks und Hilfe von den Profis, sodass am Ende jeder von uns den perfekten Cappuccino „mit Herz“ eingießen konnte.

Fazit: Barista-Schulung – lohnt sich das?

Unser Fazit: Eine Barista-Schulung lohnt sich auf jeden Fall, wenn man gerne guten Kaffee trinkt. Egal ob Anfänger oder Profi, es gibt für jeden das passende Seminar und jeder kann noch etwas lernen – vor allem macht es aber eine Menge Spaß!

Barista-Ausbildungen & Zertifizierungen: Das Zertifizierungs-Programm der SCAE

Wer seine Kaffee-Kunst wirklich auf ein Profi-Level heben will, sollte sich mit dem dreistufigen SCAE-Zertifizierungsprogramm (Speciality Coffee Association Of Europe) beschäftigen. Die Titel, die hier zu erwerben sind, gehen von „Certified Basic Barista“ über „Certified Barista“ bis hin zum „Certified Master Barista“. Die Titel bauen aufeinander auf und fordern neben einem tiefen Verständnis von Zubereitungsarten und Kaffee-Theorie auch eine nachweisliche Berufserfahrung als Barista.

Alle Infos zum Zertifizierungsprogramm findet ihr auf der Homepage der SCAE.

Meisterschaften

Die besten Baristi weltweit messen sich nämlich jährlich bei der Barista World Championship, den Barista Weltmeisterschaften. Für die Teilnahme qualifizieren sich die Gewinner der nationalen Meisterschaften. Deutscher Baristameister ist derzeit Thomas Schweiger. Hier müssen sie innerhalb von 15 Minuten vier Espressi, vier Cappuccini und vier selbst kreiierte Getränke auf Espresso-Basis zubereiten. Bei der BWC 2012 in Wien konnte Raul Rodas aus Guatemala die Fachjury von seinem Können überzeugen. Die nächste Weltmeisterschaft findet kommenden Mai in Melbourne statt.

4 Kommentare zu “Barista: Schulungen & Fähigkeiten – zu Besuch in der Università del caffè in MünchenKommentar schreiben →

  1. Tatsächlich ist der Beruf des Baristas außerordentlich spannend und vielseitig! Wir haben bei Tchibo das Glück, auch als „normale“ Mitarbeiter eine Mini-Barista Schulung zu bekommen. Und im Anschluß werden die Kollegen in der hauseigenen Cafeteria mit dem selbstgebrühten Espresso erfreut. Auch wenn der Milchschaum manchmal daneben geht…

  2. In meiner Studentenzeit habe ich als Barista gejobbt. Hat mir auch immer viel Spaß gemacht, und ich konnte viel über Kaffee, Cappuccino und Latte Macchiato lernen…

    Leider ist die Arbeit als Barista nicht immer so romantisch, wie viele denken mögen. Denn die meisten Kunden wollen nicht lange warten, so dass man über mehrere Stunden jeden Tag non-stop im Stress ist. Mit einem guten Team lässt sich das leichter bewältigen, aber wenn dann die Maschinen streiken oder irgend etwas ausgeht, dann ist es ein höllischer Tag.

    Ich schaue mir immer die Videos von den Barista-Weltmeisterschaften an und bin oft sprachlos, was die Leute innerhalb kurzer Zeit vollbringen und wie sie dann noch ihre Kreationen präsentieren können.

  3. Die Barista Weltmeisterschaften sind interessant, obwohl der Beruf von vielen vermutlich eher als Nebenjob hinter der Theke gesehen wird. Die heimische Zubereitung von einem guten Espresso, Cappuccino oder Latte Machiato wird aber immer beliebter. Mir selbst macht die Zubereitung und das ständige Ausprobieren auf der Suche nach dem perfekten Espresso viel Spaß.

    Gruß Andreas

  4. Ich bin immer begeistert, wie man solche filigranen und ansprechende Bilder in einfachen Kaffeeschaum darstellen kann! Gestern hab ich aber im Fernsehen gesehen, dass es einen Milchschaum-Drucker gibt, der dir dein Foto z.B. auf den Schaum druckt. So kann es auf keinen Fall zu Verwechslungen führen 😉

    Ps.: Vllt lässt sich damit mein Kaffepad/Padkaffee somit etwas aufwärten 😉

    Gruß
    Thomas

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