Jamaica Blue Mountain kaufen

Bewertung:

[7.75/10]
[Preis-Leistung: 7 /10]
[Geschmack: 8 /10]
[Nachhaltigkeit: 8 /10]
[Bekömmlichkeit: 8 /10]

Im Überblick:

  • ganze Bohnen
  • Arabica
  • würzig-erdiges Aroma
  • perfekt als Geschenk für Gourmets und Genießer geeignet
  • Ab 95 Cent pro Tasse
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Pros:

  • Kaffee-Rarität
  • würzig-erdiges Aroma

Contras:

  • sehr hoher Preis
  • Jamaica Blue Mountain Kaffee – Test

    Viele Vorschusslorbeeren gab es aus allen erdenklichen Quellen für den Jamaica Blue Mountain Coffee von den Coffee Roasters of Jamaica. Da hieß es „der Champagner unter den Kaffees“, „Kult-Kaffee“, „der Kaffee der Könige“ oder gar „der beste Kaffee der Welt“. Zu Recht? Allein der Preis von ca. 119 Euro pro Kilogramm ließ ja Großes erwarten – aber jener kommt in erster Linie durch den Raritätscharakter zustande. Vielleicht war es diese enorme Erwartungshaltung, die dazu geführt hat, dass wir dieses Mal noch kritischer in der Bewertung waren. Denn in Anbetracht der Umstände – vor allem des Preises – , muss man genau abwägen, ob es der Kaffee wirklich wert ist. Jedenfalls war es der komplexeste Kaffee, den wir bisher im Test hatten.

    Von den blauen Bergen kommt der Jamaica Blue Mountain Coffee

    Jamaica - hier kommt der berüchtigte Blue Mountain Coffee herDie blauen Berge in Jamaica sind ein beeindruckendes Stück Natur. Ein bläulich schimmernder Nebel gibt der Gebirgskette ihren Namen und macht die Landschaft geradezu magisch. Ihre ganz individuelle Charakteristik sorgt für eine atemberaubende Atmosphäre. Doch die Blue Mountains sind nicht nur ein optisches Highlight, sondern auch Nährboden für einen der teuersten und exklusivsten Kaffees der Welt, den Jamaica Blue Mountain Coffee. Teurer ist eigentlich nur der „Kopi Luwak“ und der wird bekanntlich nicht direkt von Sträuchern gepflückt, sondern vom Boden aufgelesen.

    In Höhenlagen zwischen 900 und 1700 Meter werden die Arabica-Bohnen von Kleinbauern traditionell angebaut und geerntet. Das Gütesiegel „Blue Mountain Coffee“ darf laut Coffee Industry Board (CIB) wirklich nur derjenige Kaffee tragen, der in diesen Höhenlagen angebaut wird – nicht 1 Meter darunter oder darüber. Die blauen Berge als Anbaugebiet alleine reichen also nicht aus, um sich mit dem begehrten Label zu schmücken. Aber was ist so besonders an dem Blue Mountain Kaffee? Neben dem nährstoffreichen Boden, ist vor allem der Nebel für den einzigartigen Geschmack verantwortlich. Dadurch, dass es im Prinzip nie zu einer direkten Sonneneinstrahlung kommt, zieht sich der Reifeprozess der Kaffeekirschen in die Länge (bis zu 10 Monaten!). Auch ist das Klima im Allgemeinen sehr feucht, relativ kalt und wartet mit vielen Niederschlägen auf. Nach der Ernte werden die Bohnen in Holzfässern für den anschließenden Transport gelagert. All das sorgt für eine ganz besondere Geschmacksentwicklung. Das ist es auch, was einem beim ersten Schluck spontan in den Sinn kommt: Ganz anders als gewohnt.

    Viele Plantagen befinden sich mittlerweile im Besitz von japanischen Vertriebspartnern. Das liegt daran, dass der Kaffee offizielles Kaisergetränk ist und bis zu 90% der Produktion nach Japan exportiert wird. Japanische Airlines servieren ihn sogar in der ersten Klasse.

    One Bag – One Love

    Jamaica Blue Mountain Coffee im BeutelEin wirklich schönes Gimmick: Der Jamaica Blue Mountain wird einem stilechten Jutesack geliefert. Aber keine Sorge, innerhalb des Sacks befindet sich eine herkömmliche Aromaschutzverpackung. Anders als manch andere Kaffeebohnen aus Jamaica, rösten die „Coffee Roasters of Jamaica“ (wie der Name schon sagt) den Kaffee direkt vor Ort. Insgesamt gibt es nur 6 Röstereien auf Jamaica, die unter dem Label „Blue Mountain Coffee“ rösten dürfen. Der Inhalt eines Jutesäckchens beträgt gerade einmal 227 g, was 8 oz entspricht. Deshalb die eher ungerade Füllmenge in Gramm.

    Was alleine durch die Betrachtung der Verpackung klar wird: Entscheidet man sich für einen Jamaica Blue Mountain, entscheidet man sich ein Stück weit auch für eine Kultur. Werte wie Naturverbundenheit, Entspannung und Genuss werden zweifellos mit dem Kaffee transportiert. Dennoch sollte man sich bewusst sein, dass das Land durchaus mit wirtschaftlichen und sozialen Problemen zu kämpfen hat. Durch die Gründung des staatlichen „Coffee Industry Board“ (CIB) wird gewährleistet, dass der Kaffee a) von astreiner Qualität ist und b) der Umsatz des Exports nicht ausschließlich an Privatunternehmen fließt.

    Der Geschmackstest

    Die meisten hier im Büro haben den Kaffee als eher bitter im Geschmack mit leichter Säure eingestuft – aber im durchaus angenehmen Bereich. Verwunderlich ist es aber insofern, als dass der Jamaica Blue Mountain Kaffee oftmals als sehr mild beschrieben wird, da er eigentlich auch medium geröstet wurde. Das lag vermutlich an der Zubereitung als Espresso. Dennoch hinterließ er ein recht interessantes Mundgefühl und klingt sehr lange im Gaumen nach. Als würzig und erdig wurde das Aroma bewertet. Alles in allem überraschend anders als unsere bisherigen Kaffees und somit auch ein Stück weit gewöhnungsbedürftig im besten Wortsinn – komplex ist ebenfalls ein passendes Adjektiv. Kleiner Tipp: der Kaffee fühlt sich in der French Press wesentlich besser aufgehoben als in der Espressomaschine – die Zubereitung macht also auch hier einen erheblichen Unterschied im Geschmack! Abschließend ist jedem nur zu raten den Kaffee einmal selbst auszuprobieren, denn er polarisiert durchaus. Das sorgt für ordentlichen Gesprächsstoff und zudem Geschmacksexplosionen im Mund – alleine deshalb lohnt es sich zumindest einmalig ca. 25 Euro für 227g einzigartigen Jamaica Kaffee zu investieren. Ein Kilogramm sollte man sich vorerst wohl besser nicht anschaffen, da dies für eine erste Verkostung schlichtweg zu teuer ist!

     

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