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kaffee.org

Jamaica Blue Mountain

Jamaica Blue Mountain Kaffee - Test
Eigenschaften:
  • ganze Bohnen
  • Arabica
Vorteile & Nachteile
  • Kaffee-Rarit√§t
  • w√ľrzig-erdiges Aroma
  • sehr hoher Preis

Jamaica Blue Mountain Kaffee - Test

Viele Vorschusslorbeeren gab es aus allen erdenklichen Quellen f√ľr den Jamaica Blue Mountain Coffee von den Coffee Roasters of Jamaica. Da hie√ü es ‚Äěder Champagner unter den Kaffees‚Äú, ‚ÄěKult-Kaffee‚Äú, ‚Äěder Kaffee der K√∂nige‚Äú oder gar ‚Äěder beste Kaffee der Welt‚Äú. Zu Recht? Allein der Preis von ca. 119 Euro pro Kilogramm lie√ü ja Gro√ües erwarten ‚Äď aber jener kommt in erster Linie durch den Rarit√§tscharakter zustande. Vielleicht war es diese enorme Erwartungshaltung, die dazu gef√ľhrt hat, dass wir dieses Mal noch kritischer in der Bewertung waren. Denn in Anbetracht der Umst√§nde - vor allem des Preises - , muss man genau abw√§gen, ob es der Kaffee wirklich wert ist. Jedenfalls war es der komplexeste Kaffee, den wir bisher im Test hatten.

Von den blauen Bergen kommt der Jamaica Blue Mountain Coffee

Die blauen Berge in Jamaica sind ein beeindruckendes St√ľck Natur. Ein bl√§ulich schimmernder Nebel gibt der Gebirgskette ihren Namen und macht die Landschaft geradezu magisch. Ihre ganz individuelle Charakteristik sorgt f√ľr eine atemberaubende Atmosph√§re. Doch die Blue Mountains sind nicht nur ein optisches Highlight, sondern auch N√§hrboden f√ľr einen der teuersten und exklusivsten Kaffees der Welt, den Jamaica Blue Mountain Coffee. Teurer ist eigentlich nur der ‚ÄěKopi Luwak‚Äú und der wird bekanntlich nicht direkt von Str√§uchern gepfl√ľckt, sondern vom Boden aufgelesen.In H√∂henlagen zwischen 900 und 1700 Meter werden die Arabica-Bohnen von Kleinbauern traditionell angebaut und geerntet. Das G√ľtesiegel ‚ÄěBlue Mountain Coffee‚Äú darf laut Coffee Industry Board (CIB) wirklich nur derjenige Kaffee tragen, der in diesen H√∂henlagen angebaut wird - nicht 1 Meter darunter oder dar√ľber. Die blauen Berge als Anbaugebiet alleine reichen also nicht aus, um sich mit dem begehrten Label zu schm√ľcken. Aber was ist so besonders an dem Blue Mountain Kaffee? Neben dem n√§hrstoffreichen Boden, ist vor allem der Nebel f√ľr den einzigartigen Geschmack verantwortlich. Dadurch, dass es im Prinzip nie zu einer direkten Sonneneinstrahlung kommt, zieht sich der Reifeprozess der Kaffeekirschen in die L√§nge (bis zu 10 Monaten!). Auch ist das Klima im Allgemeinen sehr feucht, relativ kalt und wartet mit vielen Niederschl√§gen auf. Nach der Ernte werden die Bohnen in Holzf√§ssern f√ľr den anschlie√üenden Transport gelagert. All das sorgt f√ľr eine ganz besondere Geschmacksentwicklung. Das ist es auch, was einem beim ersten Schluck spontan in den Sinn kommt: Ganz anders als gewohnt.Viele Plantagen befinden sich mittlerweile im Besitz von japanischen Vertriebspartnern. Das liegt daran, dass der Kaffee offizielles Kaisergetr√§nk ist und bis zu 90% der Produktion nach Japan exportiert wird. Japanische Airlines servieren ihn sogar in der ersten Klasse.

One Bag - One Love

Ein wirklich sch√∂nes Gimmick: Der Jamaica Blue Mountain wird einem stilechten Jutesack geliefert. Aber keine Sorge, innerhalb des Sacks befindet sich eine herk√∂mmliche Aromaschutzverpackung. Anders als manch andere Kaffeebohnen aus Jamaica, r√∂sten die "Coffee Roasters of Jamaica" (wie der Name schon sagt) den Kaffee direkt vor Ort. Insgesamt gibt es nur 6 R√∂stereien auf Jamaica, die unter dem Label "Blue Mountain Coffee" r√∂sten d√ľrfen. Der Inhalt eines Jutes√§ckchens betr√§gt gerade einmal 227 g, was 8 oz entspricht. Deshalb die eher ungerade F√ľllmenge in Gramm.Was alleine durch die Betrachtung der Verpackung klar wird: Entscheidet man sich f√ľr einen Jamaica Blue Mountain, entscheidet man sich ein St√ľck weit auch f√ľr eine Kultur. Werte wie Naturverbundenheit, Entspannung und Genuss werden zweifellos mit dem Kaffee transportiert. Dennoch sollte man sich bewusst sein, dass das Land durchaus mit wirtschaftlichen und sozialen Problemen zu k√§mpfen hat. Durch die Gr√ľndung des staatlichen "Coffee Industry Board" (CIB) wird gew√§hrleistet, dass der Kaffee a) von astreiner Qualit√§t ist und b) der Umsatz des Exports nicht ausschlie√ülich an Privatunternehmen flie√üt.

Der Geschmackstest

Die meisten hier im B√ľro haben den Kaffee als eher bitter im Geschmack mit leichter S√§ure eingestuft ‚Äď aber im durchaus angenehmen Bereich. Verwunderlich ist es aber insofern, als dass der Jamaica Blue Mountain Kaffee oftmals als sehr mild beschrieben wird, da er eigentlich auch medium ger√∂stet wurde. Das lag vermutlich an der Zubereitung als Espresso. Dennoch hinterlie√ü er ein recht interessantes Mundgef√ľhl und klingt sehr lange im Gaumen nach. Als w√ľrzig und erdig wurde das Aroma bewertet. Alles in allem √ľberraschend anders als unsere bisherigen Kaffees und somit auch ein St√ľck weit gew√∂hnungsbed√ľrftig im besten Wortsinn - komplex ist ebenfalls ein passendes Adjektiv. Kleiner Tipp: der Kaffee f√ľhlt sich in der French Press wesentlich besser aufgehoben als in der Espressomaschine - die Zubereitung macht also auch hier einen erheblichen Unterschied im Geschmack! Abschlie√üend ist jedem nur zu raten den Kaffee einmal selbst auszuprobieren, denn er polarisiert durchaus. Das sorgt f√ľr ordentlichen Gespr√§chsstoff und zudem Geschmacksexplosionen im Mund - alleine deshalb lohnt es sich zumindest einmalig ca. 25 Euro f√ľr 227g einzigartigen Jamaica Kaffee zu investieren. Ein Kilogramm sollte man sich vorerst wohl besser nicht anschaffen, da dies f√ľr eine erste Verkostung schlichtweg zu teuer ist!¬†