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Kaffee: Die Geschichte und Kultur des Kaffees

Kaffee: Die Geschichte und Kultur des Kaffees

Ohne Kaffee können wir uns unseren Alltag kaum mehr vorstellen. Wie aber wurde Kaffee zum beliebtesten Getränk der Deutschen?

Wo wurde der Kaffee entdeckt?

Ein christlich-maronitischer M√∂nch soll einst in Kaffa, einem Landstrich im S√ľdwesten Abessiniens die Wirkung des Kaffees entdeckt haben. Ein Hirte beklagte sich √ľber die Lebhaftigkeit seiner Ziegen, die auch w√§hrend der Nacht keinerlei Erm√ľdungsanzeichen zeigten. Der M√∂nch fand auf der Weide eine dunkelgr√ľne Pflanze mit verschiedenfarbigen kirsch√§hnlichen Fr√ľchten. Er stellte einen Pflanzensud her und bemerkte, dass er bei Genuss des Getr√§nkes auch nachts ohne M√ľdigkeit seinen Gebeten nachgehen konnte. Der nach der Region Kaffa benannte Kaffeebaum stammt vermutlich tats√§chlich aus dem heutigen √Ąthiopien.

Die Geschichte des Kaffeegenusses

Nach Anf√§ngen einer Kaffeehauskultur in Persien erreichte der Kaffee erstmals 1517 Istanbul, wo 1554 ein Kaffeehaus er√∂ffnete wurde. Zwischen 1650 und 1750 stieg Kaffee zu einem Alltagsgetr√§nk aller Bev√∂lkerungsschichten Mitteleuropas auf. 1645 wird das erste venezianische Kaffeehaus erw√§hnt, dem andere in Oxford, London und Wien sowie Paris nachfolgten. In Bremen und Berlin siedelten sich 1673 bzw. 1721 die ersten deutschen Kaffeeh√§user an.√úber ausgepr√§gte Kaffeehauskulturen verf√ľgen heute insbesondere Europa, die USA und Japan. Nachdem zun√§chst eine Welle des Kaffee-Massengenusses erfolgte und dann zahlreiche neuzeitliche Kaffeeh√§user entstanden, wird die Kaffeekultur derzeit von der Entwicklung verschiedenster Kaffeearomen und Anbauarten gepr√§gt. Unter den sechs bedeutenden Kaffeesorten verf√ľgt die aromatische Arabica-Kaffeebohne mit 60 Prozent √ľber den gr√∂√üten Weltmarktanteil. 36 Prozent der Weltproduktion entfallen auf die kurzreifende und widerstandsf√§hige Robusta-Bohne mit (gegen√ľber Arabica) verdoppeltem Koffeingehalt.

Der Kaffeeanbau

Kaffee gedeiht am besten in tropischen und subtropischen H√∂henlagen in √Ąquatorn√§he. Arabica-Kaffee wird zwischen 600 und 1.200 Metern und Robusta zwischen 300 und 800 Metern angebaut. Kaffeeb√§ume ben√∂tigen ausreichende Niederschl√§ge sowie durchschnittlich 20 ¬įC ohne extreme Temperaturschwankungen. Die gew√∂hnlich zwei Bohnen enthaltenden Kirschen lassen sich neun bis zehn Monate nach der Bl√ľte ernten. Reife Kirschen werden in der zwischen drei und vier Monaten langen Haupterntezeit gepfl√ľckt. Heute leben in 76 Produktionsl√§ndern mehr als 100 Millionen Menschen von Anbau, Verarbeitung und Verkauf von Kaffee.

Wie erfolgte die weltweite Verbreitung des Kaffees?

Abessinische Nomaden kauten die gr√ľnen Bohnen. Ab dem 9. Jahrhundert genoss man Kaffee (√§hnlich dem heutigen Teekonsum) als Aufguss mit Bl√§ttern und getrockneten Kirsche. Aber bereits im Osmanischen Reich wurden die Kaffeebohnen nach ihrem R√∂sten und feinem Mahlen in Wasser aufgekocht. Wahrscheinlich gelangte der Kaffee bei √§thiopischen √úberf√§llen zwischen dem 11. und 14. Jahrhundert in den Jemen, wo die Kaffeepflanzen an H√§ngen des Roten Meeres angebaut und Kaffeebohnen auf Steinplatten ger√∂stet wurden. Mekkapilger sorgten dann innerhalb der islamischen Welt f√ľr die Kaffeeverbreitung. So k√∂nnte das Wort ‚ÄěKaffee‚Äú auch vom altarabischen ‚Äěqahwah‚Äú (‚ÄěWein‚Äú) abstammen. Wein allerdings war den Muslimen verboten, so dass der Kaffee als ‚ÄěWein des Islam‚Äú den Rebensaft ersetzte.Die zum Staatsgeheimnis erkl√§rte Kaffeepflanze blieb zun√§chst Arabien und der T√ľrkei vorbehalten, bevor Holl√§nder in den Besitz einiger Sch√∂sslinge gelangten, die sie ab 1658 in s√ľdostasiatischen Kolonien anbauten. Ab 1718 nutzten sie auch das s√ľdamerikanische Niederl√§ndisch-Guyana zum Kaffeeanbau. 1727 entf√ľhrte ein portugiesischer Diplomat einige Pflanzen von Guyana nach Brasilien, das sich anschlie√üend zum bedeutendsten Kaffeeanbauland der Welt entwickelte. England, gr√∂√üter europ√§ischer Kaffeeverbraucher des 18. Jahrhunderts siedelte die Kaffeepflanze auf Jamaika an, w√§hrend spanische Jesuiten f√ľr eine Verbreitung auf den Philippinen und in Mittel- und S√ľdamerika sorgten. Die von den Europ√§ern betriebene weltweite Kolonialisierung beschleunigte somit die globale Kaffeeverbreitung.

Kaffeegenuss in Deutschland

Die Weltkaffeeproduktion lag 2012 bei 8,7 Mio. Tonnen. In Deutschland wurden davon √ľber 410.000 Tonnen konsumiert. Damit war Deutschland nach den USA und Brasilien weltweit drittgr√∂√üter Kaffeemarkt. Mit einem Pro-Kopf-Jahresverbrauch von 6,4 Kilogramm Rohkaffee (oder 149 Litern) liegt Deutschland weltweit auf dem sechsten Platz. Spitzenreiter waren jedoch Finnland mit 12 kg und √Ėsterreich mit 9,1 kg Rohkaffeeverbrauch. Jeder EU-B√ľrger verbrauchte durchschnittlich 4,8 kg, w√§hrend sich US-Amerikaner mit 4,3 kg begn√ľgten.
Author: Luca Meyer

Luca ist nicht nur ein talentierter Barista, sondern auch ein leidenschaftlicher Blogger, der es versteht, seine Liebe zum Kaffee in mitreißenden Artikeln zum Ausdruck zu bringen. Er nimmt die Leser mit auf eine Reise durch die Welt des Kaffees, stellt neue Röstereien vor, teilt seine neuesten Entdeckungen und gibt wertvolle Tipps zur perfekten Zubereitung.

Als engagierter Kaffeekenner achtet Luca auch auf Nachhaltigkeit und ethischen Konsum. Er widmet sich Themen wie fairem Handel, umweltfreundlichen Anbaumethoden und unterst√ľtzt lokale Kaffeebauern und -produzenten.

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