„Einen Milchkaffee / Café au Lait / Caffè Latte / Café con leche, bitte.“ – Das Milchkaffee-Dilemma.

Milchkaffee Angenommen, Sie trinken gern Kaffee mit viel Milch und möchten eben diesen in einem Café trinken. Würden Sie einen Milchkaffee, einen Café au Lait, einen Caffè Latte, einen Café con leche oder einen „Kaffee mit viel Milch“ bestellen? Und was würden Sie erwarten, serviert zu bekommen?

Viele Kaffeetrinker und Cafébesitzer verwenden die Bezeichnungen Milchkaffee, Café au Lait, Caffè Latte und Café con Leche synonym. Auf den ersten Blick mag das sinnvoll erscheinen, schließlich handelt es sich bei allen der genannten Kaffeevariationen um Kaffee mit hohem Milchanteil. Doch der Teufel steckt im Detail. So, wie Milch schwarzen Kaffee erhellt, wollen wir Licht ins Dunkel des Milchkaffee-Begriffsdschungels bringen.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Klassischerweise wird Milchkaffee in Deutschland mit normalem Filterkaffee zubereitet, der mit warmer Milch aufgefüllt wird. Kaffee und Milch werden dabei zu gleichen Teilen verwendet. Serviert wird der Milchkaffee meist in einer großen Tasse oder Schale, gelegentlich auch mit Milchschaum.

Der französische „Café au lait“ – also „Kaffee mit Milch“ – wird ebenfalls zu gleichen Teilen aus Kaffee und heißer Milch zubereitet. In Frankreich wird diese Kaffeespezialität insbesondere zum Frühstück getrunken, wobei die Franzosen gern ihr Baguette oder ihren Crossaint in den Café au lait eintunken.

Milchkaffee In Italien bekommt man bei Bestellung eines Caffè Latte einen doppelten Espresso serviert, der mit reichlich heißer Milch aufgegossen wird. Da die Milch nicht gekocht, sondern heiß aufgeschäumt wird, kommt zumeist eine kleine Menge Milchschaum mit in den Caffè Latte.

Eine Verwechslungsgefahr mit dem beliebten Latte Macchiato (übersetzt etwa „gefleckte Milch“) besteht allerdings nicht. Denn dieser hat nicht nur eine große Milchschaumhaube, sondern unterscheidet sich auch durch die typische, namensgebende, Schichtung seiner Bestandteile im hohen Glas optisch deutlich vom Caffè Latte. In Italien wird Latte Macchiato oft für Kinder bestellt.

In Spanien schließlich trinkt man schlicht Café con leche, was übersetzt, wie beim französischen Pendant, schlichtweg „Kaffee mit Milch“ bedeutet. Die Zutaten sind auch hier Milch und Espresso. Letzterer besitzt, wie in Spanien üblich, eine etwas dunklere, stärkere Röstung. Im Café wird die Milch dem Gast oft in einer separaten Kanne gebracht. Für den Café con leche benötigt man einen doppelten Espresso und etwa die gleiche Menge aufgeschäumte, heiße Milch.

Trotz der unterschiedlichen Rezepturen und Zubereitungsarten haben alle vorgestellten Kaffeespezialitäten eines gemeinsam: Durch den hohen Milchanteil verfügen sie, getreu ihren Namen, über einen eher geringen Koffeingehalt und sind somit gut bekömmlich.

Durchschnittlich liegt der Koffeingehalt bei den vorgestellten Kaffeespezialitäten mit Espresso bei auf etwa 25 bis 30 Milligramm des Wirkstoffs. Bei der Zubereitungsform mit Filterkaffee hingegen sind es zwischen 80 und 120 Milligramm Koffein. Somit ist die anregende Wirkung eines Milchkaffees mit gewöhnlichem Kaffeepulver deutlich stärker als bei einer „einfachen“ Dosis der Variante mit Espresso, obwohl dieser eigentlich im Verhältnis eine höhere Koffeinkonzentration aufweist.

Zubereitung

Welche der vorgestellten Zubereitungsarten für „Kaffee mit Milch“ auch ihr Favorit sein mag, die Zubereitung ist nicht schwer. Je nachdem, ob Sie Filterkaffee oder Espresso als Grundlage wünschen, heiße oder aufgeschäumte Milch: Mit einer gewissen Grundausstattung können Sie sich Ihren Lieblingskaffee jederzeit zu Hause zubereiten: Für den deutschen Milchkaffee und den französischen Café au lait benötigen Sie frisch aufgebrühten Bohnenkaffee, den Sie mit warmer bzw. heißer Milch auffüllen. Für den authentischen Genuss wie im Café empfehlen wir Ihnen die Zubereitung in einer großen Schale (französisch bol).

Für die italienische oder spanische Variante benötigen Sie eine Espressomaschine oder -kanne, um den Espresso zuzubereiten. Für Caffè Latte wird ein doppelter Espresso verwendet. Falls Ihre Maschine auch über eine Vorrichtung zum Milchaufschäumen besitzt, kann die Milch direkt am Gerät erhitzt und nach Belieben aufgeschäumt werden. Ansonsten erwärmt man diese einfach mit einem Handaufschäumer. Während die heiße Milch für den Caffè Latte in den Espresso hinein gegeben wird, serviert man sie beim Café con leche auch gern aufgeschäumt in einem separaten Kännchen.

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8 Kommentare zu “„Einen Milchkaffee / Café au Lait / Caffè Latte / Café con leche, bitte.“ – Das Milchkaffee-Dilemma.Kommentar schreiben →

  1. Milchkaffee wird bei uns viel getrunken. Die Zubereitung ist einfach und schmeckt mit Espresso finde ich am besten. Bei Ermangelung desselben kann ein Filterkaffee gute Dienste leisten. Besonders hübsch sieht es in einer Glastasse oder einem Glas aus.
    Grüsse Ulrike

  2. Welche Unterschiede es doch gibt. Hab die Begriffe bisher selbst immer synonym genutzt. Vielleicht wars mir auch teilweise einfach nicht aufgefallen. Werde mit den leckeren Tchibo-Sorten mal experimentieren.

  3. Ich hatte kürzlich in Frankreich dieses Problem – wollte einen Milchkaffee, habe aber wohl den falschen Begriff verwendet, denn es kam kein Milchkaffee 😉

  4. Ich mag den spanischen Café con Leche und den italienischen Caffè Latte am liebsten. Das Wichtigste ist mir dabei ein kräftiger Espresso. Ob die Milch nun aufgeschäumt oder erhitzt wurde finde ich persönlich nebensächlich. Auch interessant finde ich den spanischen Café cortado, Espresso mit nur wenig Milch.

    Filterkaffee trinke ich hingegen nur heiß und schwarz. Mit Milch schmeckt er mir überhaupt nicht.

  5. Dass die Latte Macchiato ein Kindergetränk ist, war mir bisher nicht bewusst 😀 Danke für diesen Fun Fact! (Ich bin passionierte Latte Macchiato Trinkerin und wohl iwie immer noch Kind…)

  6. In Spanien gibt es auch eine tolle Variante zum café au lait, nämlich der Espresso Macchiatto. Ein Espresso mit Milch und einer kleinen Milchhaube. Ich war auf Mallorca und habe den sogenannten „Cortado“ getrunken, einfach der Wahnsinn. Der Kaffeemann sagte es liegt aber eher an dem Kaffee als an der Zubereitung.

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