Kaffeekapseln

Kaffeekapseln sind Bestandteil eines Espresso-Kaffeesystems. Die einzeln portionierten Kapseln bestehen aus kleinen Aluminiumschalen, die entweder mit reinem Espresso oder speziellen Sorten mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen gefüllt sind.

Die Anfänge

Kaffeekapseln - Vor- und NachteileDie Kaffeekapseln sind ursprünglich eine Erfindung des Schweizer Lebensmittelunternehmens Nestlé. Unter dem Lable Nespresso wurde das Produkt in den 1970er Jahren entwickelt und im gleichen Jahrzehnt zum Patent angemeldet. Die Markteinführung erfolgte in den 1980er Jahren und gestaltete sich anfangs schleppend, jedoch ab den 1990er Jahren zunehmend erfolgreich. Der Erfolg verdankt sich hierbei vor allem der groß angelegten Werbekampagne mit dem amerikanischen Schauspieler George Clooney. Die Kaffeekapseln erlangten in Folge internationale Bekanntheit.

Die Funktionsweise

Die Kaffeekapseln benötigen eine spezielle elektrische Kaffeemaschine, die mit hohem Druck heißes Wasser in die kleinen Aludosen presst. Der Kaffee wird dadurch in der Kapsel selbst gebrüht. Wenn der Druck am Ende des Brühvorgangs sehr hoch wird, reißt die Aluminiumverschalung ein. Der fertige Kaffee tritt durch die Öffnung nach außen.

Die Kapseln sind in unterschiedlichen Größen, meist 40 – 110 ml, erhältlich und können somit dem unterschiedlichen Portionierbedürfnis angepasst werden. Für die Nespresso-Kaffeemaschinen sind keine speziellen Tassen erforderlich. Hier können handelsübliche Espressotassen, bzw. die größere Ausgabe für doppelten Espresso verwendet werden.

Die Anbieter

Nestlé-Nespresso gilt nach wie vor weltweit als führender Konzern beim Verkauf von Kaffeekapseln. Aufgrund der zahlreichen Patente auf die Kapseln und das Kaffeesystem selbst war die Firma jahrelang konkurrenzlos. Erst nach Ablauf des Patentschutzes hatten andere Unternehmen die Möglichkeit, eigene Kaffeekapseln zu entwickeln. Hierzu gehören jene, die mit dem Nespresso-System kompatibel sind, als auch Kapseln für selbst konstruierte Kaffeemaschinen. Durch die Erweiterung des Marktes ist ein regelrechter Kampf um die günstigsten Preise entstanden. Nestlé versucht seit Jahren erfolglos, gegen die sogenannten Billig-Kapseln der Konkurrenz juristisch vorzugehen.

Die drei bekanntesten Kaffeekapsel-Systeme sind:

  1. Tassimo-System
    Tassimo ist eine Kapselmaschine der amerikanischen Firma Mondolez, die aus dem Kraft-Unternehmen hervorgegangen ist. Mondolez gilt derzeit als zweitgrößter Hersteller von Kaffeekapseln. Das System bereitet neben den Kaffeekapseln auch andere Heißgetränke zu.
  2. Cafissimo-System
    Die Marke gehört zum Unternehmen Tchibo und arbeitet mit einem italienischen Zubereitungssystem. Neben Kaffeekapseln werden auch Mischgetränke verarbeitet.
  3. Dolce Gusto-System
    Dolce Gusto gehört ebenso wie Nespresso zum Nestlé-Konzern. Die Kapseln werden hierbei nicht aus Aluminium, sondern aus Kunststoff gefertigt. Neben den klassischen Espresso-Röstungen gibt es eine Vielzahl an Milchkaffeekapseln unterschiedlicher Geschmacksrichtungen.

Die Kaffeesorten

Bei den Kaffeesorten werden sowohl reine Espresso-Röstungen als auch mit verschiedenen Geschmackskomponenten versetzte Sorten angeboten. Der Espresso selbst variiert hinsichtlich Röstungsgrad und Körnung. Darüber hinaus werden auch edle Kaffeesorten verkauft, die nach ihrem Herkunftsland und dem Anbaugebiet unterschieden werden. Auch Bio-Sorten, vegane Kapseln, Fair-Trade-Kapseln und entkoffeinierter Kaffee sind erhältlich.
Bei den verschiedenen Geschmacksrichtungen kommen Mischgetränk-Kapseln am häufigsten vor. Hierzu gehören vor allem die Sorten Milchkaffee, Schokolade, Cappuccino und Kaffee Crema, wie auch Variationen mit Vanille, Nuss oder Karamell.

Die Anwendung

Die Kaffeekapseln sind grundsätzlich mit den namentlich zugehörigen Kaffee-Systemen kompatibel. Im Vergleich zu den meist sehr teuren Kapseln sind die Kaffeemaschinen relativ günstig. Es gibt zunehmend mehr Anbieter, die No-Name-Produkte anbieten, die für unterschiedliche Geräte verwendet werden können. Dies geschieht jedoch grundsätzlich auf eigenes Risiko, da die Systeme in der Regel aufeinander abgestimmt sind und eine Abweichung durch sogenannte Fremdkapseln nicht vorgesehen ist.

Darüber hinaus gibt es den Versuch, eine ökologisch vertretbare Lösung für die kleinen Wegwerfschalen aus Aluminium zu finden. Die Firma Mycoffeestar hat eine Kapsel entwickelt, die mit einem Schraubverschluss versehen und entsprechend mit eigenem Espressopulver befüllbar ist.