Kaffeemühlen – elektrisch und von Hand

Kaffeemühle Detalansicht


Kaffeeliebhaber sind sich einig: Frische – von Kaffeemühlen gemahlene Bohnen – schmecken besser als abgepacktes Kaffeepulver! Denn das Aroma verfliegt bei fertigem Kaffeepulver viel schneller als bei ganzen oder frisch gemahlenen Bohnen – trotz Aromaschutzverpackung. Eine gesamte Packung Bohnen sofort zu mahlen, wäre demnach ebenso unklug.
Kaffee selbst zu mahlen ist also nicht nur authentisch, sondern so kann man auch ohne teuren Kaffeevollautomat einen hochwertigen Kaffee selbst zubereiten.
Ihr wollt euren Kaffee von nun an auch selbst mahlen? Wir haben für euch einen kleinen Kaffeemühlen-Ratgeber erstellt, der auf die Kriterien zur Auswahl der richtigen Kaffeemühle eingehen soll.

Faustformel: 1 g Bohnen pro 10 ml Kaffeemenge

Welche Kaffeemühle? Elektrisch oder per Hand?

Hand-Kaffeemühle oder elektrische Mühle? Wer sich entscheidet, seine Bohnen von nun an selbst zu mahlen, steht zunächst einmal vor der Wahl der richtigen Kaffeemühle. Doch welche Variante ist die beste?

Grundsätzlich raten wir dazu, bei der Wahl einer geeigneten Kaffeemühle eher auf die Qualität als auf den Preis zu achten. Denn es gibt durchaus Qualitätsunterschiede zwischen den Kaffeemühlen.

Dennoch – Hand-Kaffeemühlen sind in der Regel preisgünstiger als elektrische Kaffeemühlen und auch ein stückweit authentischer und lässiger – außerdem sind sie meistens mit einem sogenannten Kegelmahlwerk ausgestattet (dazu später mehr). Die Hand-Kaffeemühle ist ein Klassiker, der uns aus unserer Komfortzone lockt und der ein wenig Entspannung in unsere schnelllebige Welt bringt.

Die Herstellung von Kaffeepulver ist natürlich kraftaufwändiger, weil die Mühlen über eine Kurbel angetrieben werden. Für kleine Mengen Pulver sind hochwertige Handmühlen sicherlich eine gute Lösung, bei größeren Mengen ist das Prozedere aber zu beschwerlich und zeitintensiv. Hier sind elektrische Kaffeemühlen schlichtweg praktischer als manuelle Kaffeemühlen! Bei ihnen ist es mit einem Knopfdruck getan. Man sollte bei intensiver Nutzung aber auch die maximale Betriebsdauer einhalten, denn das Mahlen von Kaffeebohnen ist auch für eine elektrische Mühle eine anstrengende Angelegenheit.

Manuelle KaffeemühleElektrische Kaffeemühle
AufwandRecht aufwändig und zeitintensiv, nur für kleine Mengen Kaffee zu empfehlenKaum Aufwand, auch für etwas größere Mengen leicht zu verwenden
PreisGute Hand-Kaffeemühlen fangen bei ca. 50,-€ an. Damit ist die Hand-Kaffeemühle deutlich günstiger als die elektrische.Bei elektrischen Kaffeemühlen muss man etwas tiefer in die Tasche greifen. Hier bekommt man eine hochwertige ab ca. 100,-€.

Letztendlich empfehlen wir, wer gerne Kaffee trinkt sollte doch eher zur elektrischen Kaffeemühle greifen. Das Mahlen von Hand wird mit der Zeit sehr anstrengend und zeitraubend. Hand-Kaffeemühlen sind zwar nicht schlechter, aber doch deutlich unkomfortabler als elektrische Kaffeemühlen.

kaffeemuehle

Elektrische Kaffeemühle – darauf sollte man beim Kauf achten

Habt ihr euch für eine elektrische Kaffeemühle entschieden, steht ihr noch vor der Auswahl eines geeigneten Modells. Hier wird im Internet eine große Auswahl geboten, doch worauf sollte man beim Kauf der richtigen elektrischen Kaffeemühle achten?

  • Produzieren Motor und Mahlwerk zu viel Wärme? Wenn ja, dann besser die Finger von dieser Kaffeemühle lassen. Denn die Hitze wirkt sich auf die Kaffeeöle aus und der Kaffee schmeckt bitter bis verbrannt.
  • Zerkleinert die Kaffeemühle die Bohnen gleichzeitig? Denn bei einer ungleichmäßigen Extraktion kann der Kaffee auch einen leicht bitteren Geschmack bekommen.
  • Welches Mahlwerk besitzt die Kaffeemühle? Am besten eignen sich elektrische Kaffeemühlen mit einem Scheibenmahlwerk oder Kegelmahlwerk. Von Mühlen mit einem Schlagmahlwerk raten wir ab. Warum und was es mit den einzelnen Mahlwerken auf sich hat, erklären wir weiter unten noch.

Damit der frisch gemahlene Kaffee perfekt mit der Maschine harmoniert, ist es bei Kaffeemühlen unabdingbar auf Qualität in Form der verbauten Technik und Komponenten zu achten! Denn: Ist das Pulver zu grob oder zu fein, hadern insbesondere Siebträgermaschinen damit.

Hand-Kaffeemühle – worauf man beim Kauf einer manuellen Kaffeemühle achten sollte

Ihr habt euch für die klassische Hand-Kaffeemühle entschieden? Dann solltet ihr auch hier darauf achten, dass ihr ein qualitativ hochwertiges Modell kauft. Denn auch bei Hand-Kaffeemühlen gibt es große Qualitätsunterschiede.

Darauf solltet ihr bei dem Kauf einer Hand-Kaffeemühle achten:

  • Auch hier wählt ihr am besten ein Kegelmahlwerk: So werden die Kaffeebohnen besonders gleichmäßig zerkleinert.
  • Die Hitzeentwicklung darf auch bei einer Hand-Kaffeemühle nicht zu stark sein, sonst gehen hitzeempfindliche Aromen verloren.
  • Achte auf eine stufenlose Verstellbarkeit des Mahlwerks, damit du den Mahlgrad individuell einstellen kannst.

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Das Mahlwerk eine Kaffeemühle – welche Unterschiede gibt es?

Egal ob Hand-Kaffeemühle oder elektrische. Beim Kauf solltest du unbedingt auf ein gutes Mahlwerk achten. Doch wo liegen die Unterschiede und welche Mahlwerke gibt es?

  • Schlagmahlwerk: Hand-Kaffeemühlen und elektrische Mühlen, die mit einem sogenannten Schlagmahlwerk ausgestattet sind, zerkleinern die Kaffeebohnen mit Hilfe eines Schlagmessers. Das Prinzip ist dabei das gleiche wie bei handelsüblichen Mixer-Geräten: Die Schlagmesser sind propellerförmig angeordnet und rotieren. Der größte und gleichzeitig einzige Vorteil der Geräte ist zweifellos ihr günstiger Preis. Bereits für 10 Euro bekommt man eine Hand-Kaffeemühle mit Schlagmahlwerk. Leider kann der Mahlgrad nicht feinjustiert werden, d. h. je länger man mahlt, desto feiner das Pulver. Zudem ist die Körnung sehr unterschiedlich. Ebenfalls problematisch: Das Gerät erzeugt starke Reibungshitze was die Kaffeeöle bitter machen soll. Daher raten wir: Finger weg von einer Mühle mit Schlagmahlwerk!
  • Scheibenmahlwerk: Kaffeemühlen, die mit einem sog. Scheibenmahlwerk versehen sind, zerkleinern die Kaffeebohnen mit Hilfe von zwei aufeinander liegenden Scheiben. Die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen, da Mahlgrad und –menge gut eingestellt werden können. Außerdem sind sie in der Regel preisgünstiger als Modelle mit Kegelmahlwerk. Die Nachteile sind die Betriebslautstärke und Einschränkungen in Bezug auf sehr feine Körnungen. Dennoch sind sie die am häufigsten verwendeten Kaffeemühlen und das mit Recht.
  • Kegelmahlwerk: Kaffeemühlen mit Kegelmahlwerk mahlen nicht nur äußerst gleichmäßig und fein, sondern auch schnell und relativ geräuscharm. Die Funktionsweise entspricht weitgehend der des Scheibenmahlwerks, nur kommen statt Scheiben Kegel zum Einsatz. Dieser drückt das Kaffeemehl an die Innenseite der Mühle. Das fertig gemahlene Pulver fällt dann nach unten, aus diesem Grund ist die Drehzahl geringer und damit auch die Betriebslautstärke und der Kraftaufwand. Zudem gelten Kegelmahlwerke als äußerst langlebig.

Sollte man zu einem Edelstahl- oder Keramikmahlwerk greifen?

Grundsätzlich wirkt sich das Mahlwerk-Material nicht auf die Qualität des Mahlguts aus, allerdings haben sowohl Keramik als auch Edelstahl ihre individuellen Vorzüge. So gelten Keramik-Mahlwerke als langlebiger, da verschleißfreier. Stahl hingegen stumpft schneller ab, kann dafür aber jederzeit nachgeschliffen werden. Außerdem sind Stahlmahlwerke in der Regel kostengünstiger. Der Trend spricht aber eine eindeutige Sprache: Keramik ist auf dem Vormarsch, auch bei Vollautomaten.

Tipps zur Verwendung einer manuellen und elektrischen Kaffeemühle

Der Kaffee schmeckt zweifellos am besten, wenn er direkt vor dem Aufbrühen frisch gemahlen wird. Sollte das aus zeitgründen einmal nicht möglich sein, könnt ihr alternativ eine Vakuumdose anschlaffen. Sie konserviert länger als herkömmliche Dosen – doch das ist nur eine Notlösung, frisch gemahlen schmeckt der Kaffee einfach am besten.

Damit ihr stets frischen Kaffee genießen könnt, empfehlen wir eine regelmäßige Reinigung der Kaffeemühle – egal ob Hand-Kaffeemühle oder elektrisch.. Sonst können sich in der Kaffeemühle Kaffeereste erhärten und die Leistungsfähigkeit der Maschine nimmt ab.

Hand-Kaffeemühle oder elektrisch mahlen – unsere Empfehlung

Dein Kaffee schmeckt frisch gemahlen besser – so viel ist sicher! Die Anschaffung einer Kaffeemühle können wir ergo nur empfehlen. Elektrische Kaffeemühle oder Hand-Kaffeemühle – das ist letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks und der Anwendung. Wichtiger ist eher die Frage nach dem verbauten Mahlwerk und der Möglichkeit den Mahlgrad feinjustieren zu können. Hand-Kaffeemühlen sind natürlich etwas aufwendiger zu bedienen, daher empfehlen wir für regelmäßige Kaffeetrinker eine elektrische Kaffeemühle. Qualitativ hochwertigen Kaffee kann man allerdings mit beiden Mühlen mahlen.

Wie funktioniert die Hand-Kaffeemühle?

Ma(h)l technisch betrachtet: Kaffemühle

7 Kommentare zu “Kaffeemühlen – elektrisch und von HandKommentar schreiben →

  1. Insgesamt ein echter guter Artikel. Ich hätte mir noch ein paar Empfehlungen gewünscht. Ich suche immer wieder Tipps für Handkaffeemühlen die sehr homogen mahlen. Hast du da eine Empfehlung?

    1. Hallo Frenchpress,

      erst einmal Danke für dein Comment!

      Gerade bei der Zubereitung mit der French Press ist eine gute Kaffeemühle sicherlich das A und O – wir wollten an dieser Stelle allerdings ganz bewusst keine konkreten Kaufempfehlungen aussprechen, sondern einen Überblick über das Thema verschaffen.

      Wenn du mich aber so fragst 🙂 Die Zassenhaus Brasilia ist meiner Meinung nach eine gute Handkaffeemühle, da sie ein Kegelmahlwerk hat und der Mahlgrad stufenlos regulierbar ist. Das Mahlgut war auch immer gleichmäßig fein bzw. grob. Der Preis liegt für Handkaffeemühlenverhältnisse etwas über dem Durchschnitt würde ich behaupten. Ich hoffe ich konnte dir damit weiterhelfen!

      VG
      Tobias

  2. Hallo, ich finde den Artikel super. Hier werden die wichtigsten Fakten über Kaffeemühlen auf den Punkt gebracht. Ich selbst bevorzuge auch elektrische Kaffeemühlen, da sie komfortabler sind und es schneller geht.

  3. Schöner Beitrag zu den verschiedenen Arten, Kaffee zu mahlen. Mir gefällt besonders das Bild von Omas Kaffeemühle 🙂 Ich mahle selber noch mit der alten Mühle meiner Ur-Oma. Lustigerweise wurde sie von meinem Vater vorrübergehend als Mühle für Korn für meinen Babybrei verwendet. Nun ist sie wieder zu ihrer alten Funktion zurück gekehrt. Unter http://de.happycoffee.org/kaffeemuhle-funktionalitat-genuss/ habe ich über die Geschichte um die Kaffeemühle geschrieben.

  4. Schön geschriebener Artikel. Ich bevorzuge eher die klassische Variante. Macht optisch auch für zu Hause etwas her. Ein paar vergleiche a la Produktvergleich wären echt super, automatisch vs. handmade.
    Ansonsten super Artikel.

  5. Hallo 🙂
    Ich habe mir vor Kurzem eine Handkaffeemühle (Hario Skerton) zugelegt. Ausschlaggebend war die bereits vorhandene Schlagmühle, die jedoch von meinen Eltern immer für Getreide oder Gewürze verwendet wurde, was auch möglich ist. Jedoch war mir das ständige hin und her dann doch etwas zu umständlich, da mein Kaffee bei mangelhafter Reinigung, dann doch etwas eigenartig schmeckte. Da ich nunmal die einzige in meiner Familie bin, die morgens ihren Kaffee braucht, habe ich auch den Schritt zur Handmühle gewagt, von dem ich immer noch überzeugt bin. Die Mühle hat ein Kegelmahlwerk aus Keramik und für einfachen Kaffee muss man auch gar nicht lange kurbeln. Darüber hinaus erspar ich mir jetzt auch im Urlaub die Suche nach guten und günstigen Kaffee, da die Mühle immer einen Platz findet.

  6. Die zwei Kriterien, die eine gute Kaffeemühle erfüllen soll sind:
    1. Die Mühle zerkleinert die Kaffeebohnen, ohne sie zu erhitzen.

    Mit anderen Worten: Motor und Mahlwerk produzieren nicht zu viel Wärme. Denn werden die Bohnen beim Mahlen zu sehr erhitzt, verändern sich die Kaffeeöle und der Kaffee schmeckt bitter bis verbrannt.
    2. Die Mühle erzeugt gleichmäßig große Kaffeebohnenteilchen.

    Da jede Kaffeebohne von Natur aus anders beschaffen ist, kann es keiner Kaffeemühle gelingen, die Bohnen auf eine identische Größe zu mahlen. Dennoch ist es vorteilhaft, wenn die Bohnen möglichst homogen gemahlen werden, da so eine gleichmäßigere Extraktion möglich ist. Bei einem ungleichmäßigeren Mahlgut fällt die Extraktion beim Aufbrühen des Kaffees dementsprechend ebenfalls ungleichmäßiger aus und der Kaffee schmeckt leicht bitter.

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