SiebtrĂ€germaschinen zĂ€hlen zu den hochwertigsten Kaffeemaschinen. Erstmals erschienen sie in den 1950er Jahren in Deutschland, wenngleich es bereits Jahrzehnte vorher entsprechende GerĂ€te in Italien zu erstehen gab. Zu dieser Zeit waren dann auch fast nur noch italienische Modelle verfĂŒgbar, die ein deutlich besseres Preis-Leistungs-VerhĂ€ltnis boten. Inzwischen ist dies nicht mehr der Fall.
Nutzungsweise
Um eine SiebtrĂ€germaschine zu bedienen, wird zuerst Kaffeepulver in einem SiebtrĂ€ger an der Maschine befestigt. Viele GerĂ€te verfĂŒgen daher auch ĂŒber eine eingebaute Mahlmaschine fĂŒr Kaffeebohnen. Das Befestigen des SiebtrĂ€gers erfolgt ĂŒber einen Einrastmechanismus. Sobald die Kaffeemaschine eingeschaltet wird, presst das GerĂ€t das erhitzte Wasser mit sehr viel mehr Druck durch das Kaffeepulver, als dies bei einer gewöhnlichen Maschine der Fall ist. Da es sich vornehmlich um Modelle fĂŒr die Gastronomie handelt, können auĂerdem vor der Nutzung zahlreiche Feineinstellungen getroffen werden, wenn es sich um ein entsprechend hochwertiges Modell handelt.
Technik
Mittels einer elektrischen Pumpe in der SiebtrĂ€germaschine wird ein ausreichend hoher Druck erzeugt. Gleichzeitig wird das Wasser in einem Kessel (der ein Fassungsvermögen von meist maximal 20 Litern besitzt) auf ungefĂ€hr 120° Celsius erhitzt. Sobald dieser Vorgang abgeschlossen ist, wird das erhitzte Wasser, wie im vorherigen Abschnitt erwĂ€hnt, durch das Kaffeepulver gepresst, wodurch dann der charakteristische, gute Geschmack des Kaffees aus der SiebtrĂ€germaschine entsteht. Das Aufheizen des Wassers kann je nach Maschine bis zu 30 Minuten dauern, was fĂŒr spontanen Kaffee offensichtlichen zu lang ist. GerĂ€te mit einer zusĂ€tzlichen Gasheizung oder auch neuere Thermoblock-SiebtrĂ€germaschinen beheben dieses Problem.
Vorteile
Da das Wasser durch die beschriebene Art der Nutzung nur fĂŒr kurze Zeit in Kontakt mit dem Kaffeepulver kommt, werden die im Kaffee enthaltenen Bitterstoffe gröĂtenteils im Pulver gelassen. Sie gelangen also nicht in das GetrĂ€nk selbst. Daraus resultiert ein in der Regel sehr aromatischer und wohlschmeckender Kaffee. Ein weiterer Vorteil ist die hohe Geschwindigkeit, mit welcher die SiebtrĂ€germaschinen Kaffee herstellen können. Auch dies ist ein Grund, warum die GerĂ€te hĂ€ufig in gewerblichen Umgebungen anzutreffen sind. ZusĂ€tzlich sind SiebtrĂ€germaschinen Ă€hnlich wie Vollautomaten dazu in der Lage, zahlreiche andere Kaffeevarianten zu erzeugen â wie etwa Espresso, Cappuccino oder (abseits des Kaffees) Kakao.
Nachteile
SiebtrĂ€germaschinen sind in der Regel teuer, so dass sie sich kaum fĂŒr gewöhnliche Haushalte eignen. AuĂerdem erreichen sie bei ihrer Arbeit, Ă€hnlich wie die Vollautomaten, eine hohe LautstĂ€rke. Weiterhin sind diese GerĂ€te groĂ und auch entsprechend schwer. Eine gewöhnliche Kaffeemaschine kann in kĂŒrzester Zeit von Punkt A nach B transportiert werden. Im Vergleich dazu kann eine hochwertige SiebtrĂ€germaschine kaum von einer Person komfortabel angehoben werden. Ob sich diese GerĂ€te daher fĂŒr Privatwohnungen lohnen, muss jeder potenzielle KĂ€ufer selbst entscheiden.
FĂŒr welche GetrĂ€nke eignen sich SiebtrĂ€germaschinen besonders?
Im Prinzip kann jede SiebtrĂ€germaschine alle GetrĂ€nke, die sie in ihrem Programm hat, auch einwandfrei herstellen. Man sollte sich nicht von der ebenfalls gebrĂ€uchlichen Bezeichnung Espressomaschine blenden lassen: Zwar kann eine SiebtrĂ€germaschine auch ausgezeichneten Espresso erzeugen, aber das bedeutet nicht, dass alle anderen Kaffeevarianten sowie Kakao und Milch von minderwertiger QualitĂ€t sind. Der einzige Unterschied besteht bei der Herstellung von GetrĂ€nken mit Milchbeigabe. Wirklich leckere aufgeschĂ€umte Milch (wie sie beispielsweise fĂŒr Cappuccino genutzt wird) wird erst seit einigen Jahren in den Programmen von SiebtrĂ€germaschinen gefĂŒhrt. Ăltere Modelle sind meist nicht in der Lage, diese Milch in qualitativ adĂ€quater Umsetzung zu erzeugen.